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Tugenden

Wieder ​einen ​guten ​Abend Leser,
so ​sei ​es, ​setzen ​wir ​unseren ​keinen ​Disput ​fort ​(meine ​Freude ​ist ​dabei!)

A) ​Verstehe ​ich ​Sie ​so, ​dass ​Tugenden ​Teil ​der ​Geburt ​(Schöpfung ​o.ä.) ​sind?
​ ​ ​ ​ ​So ​mag ​ich ​Ihnen ​insoweit ​widersprechen, ​als ​ich ​meine, ​Tugend ​lernen ​ist Vorbildlernen ​- ​die ​Tugenden ​sind ​doch ​Teil ​einer ​sozialen ​Entwicklung ​und haben ​ein ​historisches ​Moment. ​Erst ​in ​“höher“ ​entwickelten ​Gesellschaften
​ ​ ​ ​ ​spielen ​diese ​Eigenschaften ​eine ​“höhere“ ​Rolle. ​->. ​d.h. ​Sozialkompetenz
​ ​ ​ ​ ​(modern) ​und ​die ​ist ​Erlernbarkeit ​und ​damit ​Lehrbarkeit.

B) ​Kierkegaard ​geht ​eben ​nicht ​davon ​aus, ​dass ​der ​“Delinquent“ ​sich ​erinnert (im ​Gegensatz ​zu ​Sokrates: ​ ​er ​ruft ​durch ​geschicktes ​Fragen ​das ​Vorhandene ab), ​sondern…. ​Und ​das ​Folgende ​weiß ​ich ​noch ​nicht ​(hoffe ​es ​aber ​in ​den nächsten ​drei ​Doppelstunden ​zu ​erfahren).

C)Lieber Leser, ​ich ​muss ​an ​dieser ​Stelle ​einmal ​betonen, ​dass ​ich ​in ​der
​ ​ ​ ​ ​Diskussion ​mit ​Ihnen ​fast ​ausschließlich ​Kierkegaard ​interpretiere ​(voller ​ Lust am ​Widerspruch ​oder ​am ​Absurdem), ​aber ​inhaltlich ​sind ​mit ​seine ​Gedanken fremd.
​ ​ ​ ​ ​Für ​mich ​bedeutet ​jeder ​Tag ​Denken ​eher ​eine ​Entfernung ​von ​der ​christliche ​Kultur ​und ​eigentlich ​Befreiung.

Exkurs durch die Geschichte der Philosophie

Begeistert habe ich das Buch von Jostein Gaarder, Sofies Welt gelesen und später noch einmal als Hörbuch konzentriert gehört.
Um eine Übersicht über den Inhalt zu bekommen habe ich eine Zusammenfassung erstellt.
Diese wurde später um zwei weitere Philosophen ergänzt.

Titel02Link benötigt "ADOBE Reader" / 1,8MB

Ungerechtigkeit als Antriebskraft

Ungerechtigkeit ist die Antriebskraft –
—–Gerechtigkeit ist nur ein Wunsch
——-Niemand geht für „Gerechtigkeit“ zum demonstrieren auf die Straße

Pessimismus ist Antrieb, nicht Optimismus;
—–mit dem die Welt durch eine rosarote Brille betrachtet wird
——-und verdrängt

Pathos (als Leiden) ist Antriebsgrund
—–Pathologie, die logische Suche nach den Ursachen des Leidens

Christliche Religion: ertragen des Leidens (sich schicken in die
—–Unlogik) für eine Wunschvorstellung
——-nicht das Leben wird erträglich gemacht,
——-sondern das „Überleben“
⇒ nach Beendigung des Lebens erfüllt es sich!

siehe auch: Friedrich Nietzsche,"Fröhliche Wissenschaft", §111 →
über die "Unlogik" zur Logik
(etwas ähnliches soll gleich sein → unlogisch)

Aufgewachsen in Schuld

Aufgewachsen in Schuld (mit Schuld)
⇒“Schlechtes Gewissen“  ⇒ bis zur Rehabilitierung

Kindheit: du warst erst einmal an allem schuld (sagen die Eltern)
⊗ Du weißt es besser!? (meinst es zu wissen)
→ bis zu Aufklärung hast du ein „schlechtes Gefühl“
→ du warst es nicht oder warst nur beteiligt oder …
(… aber du hättest es ja sein können …)

älter:       z.B. du erhältst einen Brief (offiziell)
→ Assoziation: „Blauer Brief“, Kündigung oder jede x-beliebige
negative Nachricht
→ doch es ist nichts von alledem (Kontoauszug, Versichg.angebot…)

Aus der Angst → zur Rationalität (Verstand?) → moralische Prinzipien

trotz Verstand → emotionales Unbehagen gegen Anders-seiende
→ Ängste? → Vereinfachung: „…die stören meinen Frieden…“ → die stören mich
⇒ [sie müssen weg!?]


Entwicklung vom Behüteten (auch Angst vor Strafe)
zum Revolutionär (Aufklärung ist klar und sichtbar)
Schubladendenken!

Handschuhe für die Welt

Idee:
Ich habe Handschuhe an. Mit diesen kann ich meine
Mitmenschen glücklich streicheln. Nur ich merke
nichts von dieser Berührung.
So zog ich also vor meinem Tod die Handschuhe
aus und fühlte erstmals das Leben.

(Geben bedeutet nicht immer Trost für dich selber)

Entspricht durchaus meinem Gedanken, dass ich die
Welt nicht direkt erfahre, wenn ich sie z.B. nur beschreibe.
Ich weigere mich, die Welt anzufassen, mich schmutzig
zu machen. (Als Folge, bin ich auch nicht depressiv.)
Meine Emotionen sind daher sehr verhalten, meine
Empathie auch.

Berührungslos gelebt, Hoch und Tiefs ausgelassen –
daher immer auf der sicheren Seite….

Gedanken

Schon bevor der Gedanke gedacht,
bevor seine Fortsetzung möglich,
setzt die Zensur ihre Regeln.
Kein Einbruch, kein Ausbruch,
kein Ereignis oder Befreiung
lässt dieser Zensor zu.
Gelernte Rolle der Inquisition,
Angstmacher, Gedankenzwang
treibt in die Irre.
Verschollen ins Meer der Belanglosigkeit,
bedeutungslos blitzen die irrenden Lichter
durch die Ritzen des Geistes.
Lichtschauer an Stelle Ideen,
Kreuzworträtsel statt Zusammenhang.
Klebrige Einzelteile,
Puzzlespiele der Intelligenz,
auflösunglos und ohne Hoffnung.
Du lässt nichts passieren.
Kein Schmiergeld ist groß genug
Begierde zu entwickeln.
Selbstkasteiung ist die Beschränkung
und die Zensur im Kopf.
Stammelnd, Bruchstücke gelallt,
liegt das Gehirn auf dem Rücken,
die Glieder ausgestreckt, rührend.
Nie im Leben
werden diese,
Boden unter sich verspüren.

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aus "Texturen",  Gedichte von R.Beinlich 2006